Für Amazon-Händler
Virtuelle Bundles auf Amazon (2026): Voraussetzungen, Einrichtung und häufige Fehler
Virtuelle Bundles auf Amazon: Voraussetzungen, Regeln und Einrichtung in Seller Central, der Unterschied zu physischen und Shopify-Bundles und häufige Fehler.
Kurz gesagt: Ein virtuelles Bundle (bei Amazon „virtuelles Produktbundle“) fasst zwei bis fünf deiner eigenen, markenregistrierten ASINs zu einem Angebot mit eigener Produktseite zusammen, ohne dass du die Artikel physisch verpackst. Die Einzelartikel bleiben in deinem FBA-Bestand, und Amazon versendet sie beim Kauf, je nach Lager auch in getrennten Paketen. Voraussetzungen sind die Amazon-Markenregistrierung (Brand Registry), Versand durch Amazon und Neuware.
Lange ging das nur in den USA. Im Winter 2025/26 hat Amazon im deutschen Verkäuferforum angekündigt, dass Markeninhaber virtuelle Bundles jetzt auch in den europäischen Stores nutzen können. Dieser Leitfaden fasst die Regeln zusammen, die Amazon selbst nennt, erklärt die Einrichtung in Seller Central, vergleicht virtuelle mit physischen und Shopify-Bundles und zeigt die häufigsten Fehler. Stand: Oktober 2026.
Die Voraussetzungen im Überblick
- Markenregistrierung: Du brauchst die Rolle „Markenvertreter“ für eine Marke in Brand Registry und musst als Teil der Marke für deren Verkauf im Amazon-Store verantwortlich sein.
- Eigene Marke: Alle ASINs gehören zu einer Marke, die dir gehört und registriert ist. Fremde oder markenlose Produkte gehören nicht in ein virtuelles Bundle.
- Zwei bis fünf ASINs pro Bundle, die zusammenpassen und jeweils auch einzeln kaufbar sind.
- Versand durch Amazon: Jede ASIN braucht aktiven FBA-Bestand im Zustand „Neu“.
- Ausgeschlossen sind Geschenkkarten, digital gelieferte Produkte wie Musik, Videos und E-Books sowie gebrauchte oder generalüberholte ASINs.
- Keine Variantenfamilie: Ein virtuelles Bundle kann nicht Teil einer Variantenfamilie sein. Einzelne Varianten, etwa eine bestimmte Farbe, darfst du laut einem Amazon-Mitarbeiter im Verkäuferforum aber ins Bundle nehmen.
Wo virtuelle Bundles verfügbar sind
Im Netz findest du widersprüchliche Angaben, weil sich die Lage geändert hat. Noch 2025 schrieb Amazon-Personal in den Verkäuferforen, virtuelle Produktbundles könnten nur im US-Store erstellt werden. Viele Ratgeber übernehmen diesen Satz bis heute. Seit der Ankündigung im deutschen Forum nennt Amazon die europäischen Stores ausdrücklich. Für Großbritannien beschreibt die Agentur Fluid Marketplaces im April 2026 einen Beta-Rollout.
Praktisch heißt das: Prüfe in deinem eigenen Konto, ob unter Marken > Virtuelle Bundles der Menüpunkt erscheint. Funktionsumfang und Details können je Marktplatz abweichen, und Amazon passt die Regeln regelmäßig an. Was du hier liest, ist der Stand der öffentlich zugänglichen Quellen vom Oktober 2026.
Bestand, Preis, Gebühren und Bewertungen
- Bestand: Das Bundle hat keinen eigenen Lagerbestand. Es ist so oft verfügbar, wie die Komponente mit dem geringsten Bestand es zulässt.
- Preis: Der Bundlepreis darf nicht über der Summe der Einzelpreise liegen, sonst verliert das Bundle laut Jungle Scout die Buy-Box-Berechtigung. Amazon selbst bewirbt Bundles mit „reduziertem Preis“, ein Rabatt ist also üblich.
- Gebühren: Einen Gebührenrabatt für Bundles gibt es nicht. Laut Helium 10 zahlst du die FBA-Gebühren so, als würdest du jede Komponente einzeln versenden.
- Versand: Amazon versendet jede Komponente aus dem FBA-Bestand. Liegen die Artikel in verschiedenen Lagern, kommen sie in getrennten Paketen an.
- Produkt-ID: Für ein virtuelles Bundle brauchst du keine eigene EAN. Es bekommt eine eigene ASIN und SKU.
- Bewertungen: Das Bundle hat eigene Bewertungen und startet ohne Bewertungen und ohne Verkaufshistorie. Die Sterne der Einzelprodukte werden nicht übernommen.
Virtuelles Bundle, physisches Bundle, Shopify-Bundle
„Bundle“ meint je nach Kanal etwas anderes. Die Tabelle zeigt die drei Varianten, die Händler am häufigsten verwechseln.
| Virtuelles Bundle (Amazon) | Physisches Bundle (Amazon) | Shopify Bundles | |
|---|---|---|---|
| Was wird verkauft? | Zwei bis fünf eigene ASINs als ein Angebot | Ein selbst zusammengestelltes Set als eigener Artikel | Ein Bundle aus Produkten deines Shopify-Shops |
| Verpackung | Keine, die Komponenten bleiben einzeln im FBA-Lager | Du stellst das Set zusammen und lagerst es als eine Einheit ein | Keine eigene Einheit |
| Produkt-ID | Eigene ASIN und SKU, keine eigene EAN nötig | Eigene Produkt-ID Pflicht, die ID einer Komponente ist tabu | Eigenes Bundle-Produkt im Shop |
| Voraussetzungen | Brand Registry, eigene Marke, FBA, Neuware | Amazons Bundle-Richtlinie: sich ergänzende Artikel, keine markenlosen Produkte | Kostenlose App von Shopify, in allen Tarifen |
| Bestand | Richtet sich nach der knappsten Komponente | Eigener Bestand des Sets | Wird aus dem Bestand der Komponenten berechnet |
| Grenzen | Keine Variantenfamilie, Bewertungen starten bei null | Komponenten nach dem Anlegen nicht mehr änderbar, Retoure nur als ganzes Bundle | Feste Bundles mit bis zu 30 Komponenten, nur Online Store und Headless-Storefronts |
Für physische Bundles hat Amazon die Regeln verschärft: Laut BQool müssen seit dem 14. Oktober 2024 alle Artikel eines Bundles vom selben Hersteller und derselben Marke stammen. Prüfe die für deinen Marktplatz gültige Fassung der Richtlinie in Seller Central.
Wann sich ein Bundle lohnt
Ein Bundle lohnt sich, wenn es dem Käufer eine Entscheidung abnimmt. Typische Fälle:
- Produkte, die ohnehin zusammen gekauft werden, etwa ein Gerät mit passendem Zubehör oder Pflegeprodukte, die sich ergänzen.
- Ein höherer Warenkorbwert pro Bestellung, ohne dass du ein neues Produkt entwickeln musst.
- Geschenk- und Saisonsets, die du ohne Konfektionierung und ohne neue Verpackung anbieten willst.
- Ein neues Produkt, das zusammen mit einem bekannten Bestseller schneller gefunden wird.
Weniger sinnvoll ist ein Bundle, wenn die Marge den Rabatt und die FBA-Gebühren je Komponente nicht trägt, wenn die Teile nur lose zusammenhängen oder wenn eine Komponente regelmäßig ausverkauft ist. Dann ist das Bundle genau in dem Moment nicht kaufbar, in dem die Nachfrage da ist.
So legst du ein virtuelles Bundle in Seller Central an
Der Ablauf für amazon.de, wie ihn Amazon ankündigt und die Agentur stacvalley im Mai 2026 Schritt für Schritt beschreibt:
- Öffne in Seller Central das Menü Marken und dort Virtuelle Bundles. Lege ein neues Bundle an.
- Wähle die Komponenten: zwei bis fünf ASINs deiner registrierten Marke mit FBA-Bestand.
- Lade die Bilder hoch: ein Hauptbild, das alle enthaltenen Produkte zeigt, und ein Bild, das den Lieferumfang eindeutig macht.
- Gib Titel, Beschreibung und fünf Bullet Points ein.
- Prüfe die Preisvorschau und lege den Bundlepreis fest, in der Regel mit Rabatt gegenüber den Einzelpreisen.
- Vergib optional eine eigene SKU, sonst füllt Amazon sie aus. Speichere das Bundle; es erhält eine eigene ASIN.
Das Bundle-Listing: Hauptbild, Titel und Bullets
Ein Bundle verkauft sich nur so gut wie seine Produktseite. Für klassische Bundles schreibt Amazons Bundle-Richtlinie vor, dass Hauptbild, Titel und erster Bullet Point den Inhalt eindeutig machen. Für virtuelle Bundles ist das die naheliegende Messlatte.
- Hauptbild: Es zeigt genau die Produkte im Bundle, nicht mehr und nicht weniger. Symbolbilder oder ähnliche Produkte sind nicht erlaubt. Achte auf realistische Größenverhältnisse, damit niemand ein größeres Set erwartet, als ankommt. Für alle anderen Bildregeln gilt, was für jedes Amazon-Hauptbild gilt.
- Titel: Marke, was das Set ist und aus wie vielen Teilen es besteht. Amazons Richtlinie für klassische Bundles verlangt das Wort „Bundle“ und die Anzahl der Artikel im Titel. Halte ihn kurz, denn Titel normaler Listings sind seit dem 27. Juli 2026 in allen Nicht-Medien-Kategorien auf 75 Zeichen begrenzt, und auf dem Handy wird ohnehin früh abgeschnitten.
- Erster Bullet Point: Er sagt, dass es sich um ein Bundle aus X Artikeln handelt, und nennt jeden davon.
- Weitere Bullets: warum die Teile zusammengehören, wofür das Set gedacht ist, Pflege oder Anwendung. Jede Aussage braucht dieselben Belege wie im Einzel-Listing.
- Beschreibung: jede Komponente mit Modell, Farbe und Größe.
- Sprachen: In jedem Marktplatz gehört das Bundle in die Landessprache, nicht in eine Übersetzung, die niemand geprüft hat.
Häufige Fehler
- Das Bundle ist teurer als die Summe der Einzelpreise und verliert die Buy Box.
- Eine Komponente mit wenig Bestand bremst das ganze Bundle.
- Das Hauptbild zeigt nur eines der Produkte oder ein Symbolbild.
- Die Komponenten haben keinen echten Zusammenhang. Käufer verstehen das Angebot nicht, und der Rabatt verpufft.
- Die Marge ist nicht gerechnet: Rabatt plus FBA-Gebühren je Komponente fressen den Mehrwert auf.
- Das Bundle soll als Variante unter einem bestehenden Produkt erscheinen. Das ist bei virtuellen Bundles nicht möglich.
- Man erwartet, dass die Bewertungen der Einzelprodukte übernommen werden.
- Der Menüpunkt fehlt und niemand prüft, ob die Rolle in Brand Registry stimmt oder die Funktion im Konto schon freigeschaltet ist.
Wo Torch Core hilft (auf Anfrage)
Der aufwendigste Teil eines Bundles ist selten die Einrichtung, sondern das Material dafür: ein Hauptbild, das alle Teile zeigt, ohne neues Fotoshooting, und Texte in jeder Sprache, in der du verkaufst. Dafür gibt es die Bundle-Funktion in Torch Core, dem Produktsystem von Torch Technology.
Virtuelle Bundles in Torch Core: Du stellst Bundles aus deinen vorhandenen Produkten zusammen. Das Hauptbild entsteht maßstabstreu aus deinen echten Packshots, die Texte kommen auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch, und vor der Freigabe gibt es einen Prüfbericht. Exportiert wird als Shopify-CSV. Status: auf Anfrage. Torch Core ist Early Access und wird pro Kunde eingerichtet.
Zur Abgrenzung: Torch Core legt kein Bundle bei Amazon an und veröffentlicht nichts. Das virtuelle Bundle in Seller Central erstellst du selbst und überträgst Bild und Texte dort in das Formular.
Für das übrige Listing ist Torch Listings da: Titel, Bullets, A+ Content und Bilder aus echten Marktdaten, in 14 Sprachen, jede Aussage belegt. Torch Listings ist live und lässt sich sieben Tage kostenlos testen.
Häufige Fragen
Was ist ein virtuelles Bundle auf Amazon?
Ein virtuelles Bundle fasst zwei bis fünf eigene, markenregistrierte ASINs zu einem Angebot mit eigener Produktseite und eigener ASIN zusammen. Die Artikel werden nicht physisch zusammengepackt, sondern bleiben einzeln im FBA-Bestand und werden beim Kauf von Amazon versendet.
Gibt es virtuelle Bundles auch auf amazon.de?
Ja. Im Winter 2025/26 hat Amazon im deutschen Verkäuferforum angekündigt, dass Markeninhaber virtuelle Bundles in den europäischen Stores nutzen können. Ob die Funktion in deinem Konto schon freigeschaltet ist, siehst du in Seller Central unter Marken > Virtuelle Bundles.
Brauche ich für ein virtuelles Bundle eine eigene EAN?
Nein. Ein virtuelles Bundle bekommt eine eigene ASIN und SKU, aber keine eigene EAN. Anders bei physischen Bundles: Dort verlangt Amazons Bundle-Richtlinie eine eigene Produkt-ID, und die ID einer Komponente darf nicht verwendet werden.
Kann ich Produkte verschiedener Marken bündeln?
In einem virtuellen Bundle nicht. Alle ASINs müssen zu einer Marke gehören, die dir gehört und in Brand Registry eingetragen ist. Auch für physische Bundles verlangt Amazon laut BQool seit Oktober 2024 denselben Hersteller und dieselbe Marke.
Wie wird der Bestand eines virtuellen Bundles berechnet?
Das Bundle hat keinen eigenen Bestand. Es ist so oft kaufbar, wie die Komponente mit dem geringsten FBA-Bestand es zulässt. Plane deshalb die Nachschubmengen aller Komponenten gemeinsam.
Warum sehe ich den Menüpunkt „Virtuelle Bundles“ nicht?
Häufige Gründe: Dein Konto hat für die Marke nicht die Rolle Markenvertreter in Brand Registry, die ASINs haben keinen aktiven FBA-Bestand im Zustand Neu, oder die Funktion ist für deinen Marktplatz oder dein Konto noch nicht freigeschaltet.
Quellen
- Amazon Verkäuferforum (DE): Verwenden Sie virtuelle Bundles zur Gruppierung Ihrer Marken-ASINs (Ankündigung von News_Amazon)
- Amazon Seller Forums: Ankündigung virtueller Produktbundles mit Teilnahmeregeln (Amazon-Mitarbeiter)
- Amazon Seller Forums (US): Countries where Virtual Bundles are available (Antwort eines Amazon-Mitarbeiters)
- Amazon Seller Forums: Can Virtual Bundles consist of ASINs from a variation family? (Antwort eines Amazon-Mitarbeiters)
- Amazon: Product Bundling Policy (PDF, Fassung für Amazon.sg)
- Helium 10: Using Amazon's Virtual Product Bundle Tool (aktualisiert 01.09.2025)
- Jungle Scout: Amazon Virtual Bundles (15.08.2022)
- Fluid Marketplaces: Amazon virtual product bundles, what do they mean for brands? (15.04.2026)
- ICONIC Sales: Amazon-Newsletter 02/26, Virtual Bundles (Februar 2026)
- stacvalley: Virtual Bundles im Amazon Seller Central anlegen (20.05.2026)
- BQool: What Sellers Need to Know About Amazon's Bundling Policy (11.12.2024)
- Shopify Hilfe-Center: Shopify Bundles
Alle Quellen abgerufen am .